100 Zuschauer verfolgen Übung

Leuner Wehren proben Ernstfall

WNZ vom 23.10.2003

Leun-Biskirchen. (fm). Bei Arbeiten an einem Hubfahrzeug in der Lagerhalle der Stadt kommt es in Biskirchen zur Explosion, durch die ein Brand entsteht. Das war das Szenario für die diesjährige Großübung der vier Leuner Wehren. Mehr als 100 Zuschauer überzeugten sich am Rande der Übung von der Einsatzkraft der Feuerwehrmänner und -frauen aus Biskirchen, Bissenberg, Stockhausen und Leun.

45 Einsatzkräfte gingen bei der Probe des Ernstfalls davon aus, dass die nach außen führenden Türen und Tore der Halle durch die Explosion versperrt sind.

Alle anderen Tore lassen sich wegen des Stromausfalls nicht mehr öffnen, so die Vorgabe für die Feuerwehrleute und die Sanitäter.

"Brennende Halle" in Biskirchen

Die Mitarbeiter in der Halle retten sich in jenen Teil des Gebäudes, der noch rauch- und feuerfrei ist. Unter den Arbeitern befinden sich zwei Schwerverbrannte und drei weitere Verletzte. Hier setzte die Übung an.

Alarmiert wurden dazu die Leuner Wehren und das Deutsche Rote Kreuz, Wache Leun.

Der Biskirchener Wehr fiel die Aufgabe zu, Menschen zu retten und mit drei C-Rohren zu löschen. Die Leuner Wehr übernahm in der Langelohstraße - hinter dem "Brandobjekt" - eine ähnliche Aufgabe.

Die Bissenberger Wehr dagegen entnahm dem Ulmbach in Höhe der Gertrudisklinik Wasser, verlegte acht B-Längen Schläuche in Richtung Hüttenstraße und stellte Atemschutzgeräteträger bereit.

Die Stockhausener Wehr schließlich verlegte die Leitung ab der Hüttenstraße bis zum angenommenen "Brandherd".

Die Übung und die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz hätten gut funktioniert, so Stadtbrandinspektor Hans Roos bei der Abschlussbesprechung im Biskirchener Feuerwehrgerätehaus. Er dankte den Einsatzkräften und Jens Oberding für die Ausarbeitung des technischen Ablaufs der Übung, bei der acht Fahrzeuge der städtischen Wehren im Einsatz waren.

Bürgermeister gegen Zentralisierung

Bürgermeister Peter Kaufmann (SPD) wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Stadtteilwehren in ihrer jetzigen Struktur beibehalten werden müssten. Er sprach sich gegen eine Zentralisierung aus.

Wie wir berichteten, waren bei der Parlamentsdiskussion um die Zukunft der Feuerwehr Fragen nach einer Zusammenlegung geäußert worden.

Bei einer Zentralisierung litte der Idealismus der freiwilligen Wehrmitglieder, und es könnten nicht mehr alle Stadtbereiche mit der vom Gesetz geforderten Zehn-Minuten-Anfahrtzeit erreicht werden, so Kaufmann.

Übung erfolgreich: Sanitäter und Leuner Feuerwehr arbeiteten bei der Bergung von "Verletzten" rund um die Biskirchener Lagerhalle Hand in Hand. (Foto: F. Müller)

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