Kanu kentert: Unfall auf der Lahn zwischen Leun und Stockhausen

70-Jähriger stirbt in starker Strömung

02.07.2005

Leun. (hp). Auf der Lahn in der Höhe des Basaltwerks zwischen Leun und Stockhausen hat sich gestern ein tödlicher Bootsunfall ereignet. Eine Reisegruppe nach ersten Ermittlungen aus Wiesbaden war laut Polizei Mittelhessen mit zwei Kanus auf dem Fluss in Richtung Löhnberg unterwegs als sich eines der Boote gegen 12.30 Uhr in starker Strömung - die Lahn ist an dieser Stelle nicht sehr breit - drehte und kenterte. Für einen 70-jährigen Bootsinsassen aus Wiesbaden-Delkenheim gab es keine Rettung mehr.

Die Einsatzkräfte konnten ihn nach stundenlanger Suche gegen 16 Uhr rund 200 Meter stromabwärts nur noch tot bergen.

Ohne Schwimmweste

Nach Angaben der Polizei trugen die Gekenterten keine Schwimmwesten. Die Ausflügler hatten gestern Vormittag in Oberbiel zwei Boote ins Wasser gelassen.

Das Unfallboot, das mit zwei Männern und einer Frau besetzt war, geriet zunächst ins Wanken, dann mit der Spitze in den Uferbereich, wo es kippte. Ein Mann und eine Frau konnten sich ans Ufer retten - der 70-Jährige trieb ab und ging unter.

"Zehn bis 20 Minuten haben die Familienangehörigen selbst gesucht, dann haben sie die Behörden verständigt", so Polizeihauptkommissar Markus Exner von der Polizei in Wetzlar vor Ort. Zu den Polizeieinsatzkräften gehörten auch Mitglieder der Hessischen Hubschrauberstaffel aus Egelsbach, die sich aus der Luft an der Suche nach dem Vermissten beteiligten.

Kreisbrandinspektor Rupert Heege, der die Einsatzleitung übernahm, rief außerdem zwei Tauchertrupps des DLRG-Kreisverbandes zur Hilfe und auch die Feuerwehren der Stadt Leun waren mit 25 Einsatzkräften und zwei Booten unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Thomas Straßheim vor Ort.

Fieberhaft wurde von der Wasseroberfläche aus nach dem Gekenterten gesucht und auch an der Uferböschung waren Einsatzkräfte unterwegs. Weiter war die Wasserschutzpolizei Weilburg mit Unterstützung aus Wiesbaden am Unfallort. Das abgetriebene Kanu wurde bei Lahnkilometer 30,4 gefunden und von Polizeioberkommissar Wolfgang Schneider sichergestellt.

40 Einsatzkräfte

Vorbei kommende Kanuten hatten die am Ufer stehenden Touristen gesehen und von ihren Booten aus ebenfalls die Lahn in unmittelbarer Nähe des Unfallortes nach dem 70-Jährigen abgesucht. Die Angehörigen des Opfers wurden zunächst von Rettungskräften und später von einem herbei gerufenen Notfallseelsorger betreut und anschließend ins Krankenhaus nach Weilburg gebracht.

Insgesamt waren 40 Einsatzkräfte und fünf Boote im Einsatz.

Feuerwehrkräfte und die DLRG suchten die Lahn nach dem Vermissten ab. Sie konnten den 70-jährigen Kanufahrer aus Wiesbaden jedoch nur noch tot bergen.(Foto: Pöllmitz)

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